IHKs in Rheinland-Pfalz und Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH
setzen auf Qualität
Wirtschaftsminister Bauckhage zeichnet die ersten95 Qualitätsbetriebe in der IHK Koblenz aus
 |
 |
In der Bildmitte sehen Sie den rheinland-pfälzische Wirtschaftminister Hans-Artur Bauckhage, rechts neben ihm Frau Astrid Köppe, Qualitätscoach im Jagdhaus Rech, Herr Dirk Weidemann, Projektleiter bei der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH und ganz rechts Frau Marina Paetz Qualitätscoach im Weinhaus Sebastian. |
Qualität und Qualitätssicherung sind über alle Branchengrenzen hinweg entscheidende Kriterien, um im Wettbewerb zu bestehen. Dies unterstrich auch der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Hans-Artur Bauckhage, bei der heutigen Abschlussveranstaltung im Rahmen der Qualitätswoche Rheinland-Pfalz in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz. Höhepunkt der Veranstaltung war die Auszeichnung der ersten 95 Qualitätsbetriebe durch den Minister. „Qualität ist in unserer heutigen Zeit ein Zauberwort und spielt in allen Teilbereichen der Wirtschaft eine sehr wichtige Rolle“, so der Minister.
Mit der Auszeichnung der ersten Qualitätsbetriebe in der IHK Koblenz ging die von der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH und den Industrie- und Handelskammern Rheinland-Pfalz initiierte Qualitätswoche zu Ende, in der auf die Servicequalität ganz speziell aus der Sicht der Adressaten hingewiesen wurde. Möglichst viele Unternehmen sollten dabei mit dem „Qualitäts-Virus“ infiziert werden. „Ziel ist, nicht nur die Gastronomie, sondern auch andere am Tourismus partizipierende Bereiche, wie Handel und Dienstleistungen auf die Anforderungen der Gäste und Besucher einzustellen“, so Hans-Jürgen Podzun, Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz.
Um auch die rheinland-pfälzischen Tourismusbetriebe für den Qualitätswettbewerb zu rüsten, hatten das Wirtschaftsministerium und die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH (RPT) die Dienstleistungsoffensive „Servicequalität Rheinland-Pfalz“ gestartet. Getreu dem deutschen Fußball-WM-Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ soll das Projekt den Beherbergungsbetrieben und Gastronomen sowie allen touristischen Dienstleistern im Land die Möglichkeit bieten, die Wünsche und Erwartungen der Gäste besser kennenzulernen. „Die `Servicequalität Rheinland-Pfalz` soll vor allem klein- und mittelständischen Unternehmen zu einem bezahlbaren Preis den Einstieg in ein Qualitätsmanagement bieten“, erklärte Dirk Weidemann, Projektleiter der RPT. Bislang haben sich in den jeweils eineinhalbtägigen Seminaren über 300 zertifizierte Qualitätscoachs ausbilden lassen.
Markus Bitzen zu den Auszeichnungen:
Als Inhaber der beiden Betriebe freue ich mich über die Auszeichnungen sehr, denn dies ist der Lohn für unsere aktive Arbeit an der Qualität unserer Unternehmen. Wir möchten unsere Gäste nicht nur mit Freundlichkeit und Herzlichkeit beeindrucken, sondern die Innovation und Entwicklung liegt uns besonders am Herzen. Damit steht unsere zukünftige Arbeit auf festen Füßen und kann fortgesetzt werden. Insbesondere möchten wir hier im Ahrtal weiter Vorreiter beim Qualitätsmanagement sein.
Ich hoffe, noch viele Betriebe werden nachziehen und diese Chance nutzen, gezielt auch Ihren Betrieb zu stärken.
Von der Politik im Ahrtal wünsche ich mir mehr Engagement und Unterstützung. Vielleicht sollte der Tourismus, als stärkster Wirtschaftsfaktor der Region, mit einem eigenen Service-Qualitäts-Seminar unterstützt werden, damit die Hemmschwelle zu diesem Projekt gesenkt wird. Andere Regionen machen uns dies vor. Die Kosten dafür könnten aus vorhandenen Töpfen genommen werden. Nur wenn wir diesen Qualitätsgedanken in den Betrieben implantieren, wird es uns gelingen, die Region mit Ihren Gästen nach vorne zu bringen.
Ich freue mich für alle unsere Mitarbeiter, das wir die ersten im Tal sind, die diese Auszeichnung erhalten haben! Wir werden weitere an uns arbeiten und mit neuen Ideen die Tourismus Landschaft bereichern.
Unternehmen sparen, und trotzdem steigt
die Qualität
INTERVIEW GENERAL-ANZEIGER
Hotelier Markus Bitzen berichtet über
seine Erfahrungen mit dem Total Quality
Management. "Einen unglaublichen Entwicklungsschritt"
in seinem Betrieb konstatiert Markus Bitzen
nach zwei Jahren Erfahrung mit dem Total
Quality Management (TQM). Der Junior-Chef
des Hotel-Restaurants Jagdhaus Rech hatte
das Verfahren zur Optimierung von Arbeitsabläufen
nach Teilnahme an einem von der TSG und
der Firma Apollinaris organisierten Seminar
in seinem Haus eingeführt. Mit Markus
Bitzen sprach Christine Schulze (General-Anzeiger)
über die Erfahrungen.
GA: Wie viel Arbeit steckt in der Methode?
BITZEN: Sehr viel Arbeit. Denn Grundlage
des Systems ist es, alle Arbeitsabläufe
genauestens schriftlich festzuhalten, um
eine Basis für die Untersuchung zu
schaffen. Man muss viel Zeit investieren.
GA: Welchen Nutzen haben Sie für Ihren
Betrieb aus dem TQM gezogen?
BITZEN: Die Qualitätsstandards sind
festgelegt. Jeder Mitarbeiter kann sich
anhand dieser schriftlich festgehaltenen
Standards orientieren und hat dadurch eine
Arbeitsanleitung. Das spart viel Zeit. Allerdings
denken wir in regelmäßigen Zeitabständen
über die einzelnen Schritte nach und
fragen uns, ob die Sache noch in Ordnung
ist oder verbessert werden kann. Dadurch
wird die Qualität immer wieder überprüft.
GA: Nennen Sie ein Beispiel. Was lässt
sich etwa am Kaffee-Servieren optimieren?
BITZEN: Kaffee haben wir mit Untertasse,
Teelöffel und je einem Päckchen
Zucker und Milch serviert. Man kann überlegen,
ob es Sinn macht, frische Milch und Streuzucker
dazu zu reichen und ob man ein Plätzchen
dazu legen sollte. Bei letzterem wäre
die Frage zu klären, ob eingepackt
oder nicht, ob gekauft oder selbst gebacken.
Wir haben uns dafür entschieden, die
Plätzchen selbst zu backen, dann können
wir die Sorte öfter wechseln, was gut
ist für die Stammgäste.
GA: Kann man mit TQM Geld sparen?
BITZEN: Auf jeden Fall. Wenn das System
fertig ist, spart man viel Zeit, vor allem,
wenn Mitarbeiter neu eingestellt werden.
Sie können sich schriftlich informieren.
Wenn ich eine Aushilfe einstelle, drücke
ich ihr den Zettel in die Hand, auf dem
festgehalten ist, wie etwa die Terrasse
aufgebaut wird. Sie weiß, was zu tun
ist. Billiger wird es auch, wenn wir die
Plätzchen selbst backen. Außerdem
wird die Qualität verbessert. Das kommt
dem Gast zugute, er bekommt mehr fürs
Geld, vielleicht kommt er dann öfter
wieder und wird Stammgast.
GA: Dann hat TQM durchaus positive Effekte
für Gäste.
BITZEN: Auf jeden Fall. Denn die Gäste
finden eine bessere Qualität vor.
|